FoAM-BUILD

Bausysteme und Komponenten

© Fraunhofer ICT

»FoAM_Walls« ist eine schematische Darstellung der geplanten Fassade

Das europäische Verbundprojekt FoAM-BUILD, koordiniert durch das Fraunhofer ICT, entwickelt thermoplastische Partikelschäume unter Verwendung neuer Rohstoffe, Additive und Verfahrenseinstellungen. Die Zellstruktur der Schäume wird hin zu kleineren Zellen (bis in den Nanometer-Bereich) modifiziert um das Isolationsverhalten von Dämmplatten zu verbessern. Dazu werden nano-skalige Additive in Verbindung mit einem modifizierten Expansionsprozess verwendet um die Schaumstruktur zu verkleinern. Die Ziele der Entwicklung sind:

  • Verbesserte Isolationseigenschaften im Vergleich zu konventionellen Materialien
  • Kosten- und Energie Effizienz mit einer EPS Herstellung im Industriemaßstab
  • Recyclingfähigkeit (100% des Schaums bestehen aus thermoplastischem Material)
  • Vergleichbare Eigenschaften zu bestehenden WDVS hinsichtlich Isolationseigenschaften, mechanischer Festigkeit und Umweltschutz

Das Projektkonsortium besteht aus zehn europäischen Partnern aus Industrie und Forschung, bei dem das Fraunhofer ICT und das Fraunhofer IGB Teil des Projektteams sind.

 

Kompetenzen des Fraunhofer ICT

Leistungsfähige Werkstoffe für den Leichtbau und deren ressourceneffiziente Herstellung gehören derzeit zu den bedeutenden Entwicklungsfeldern. Einen erheblichen Beitrag dazu liefern geschäumte Werkstoffe, die heutzutage zunehmen bei Transportverpackungen, zur Wärmedämmung von Gebäuden sowie verstärkt im Automobilsektor Anwendung finden.

Zu den Kerngebieten der Forschung am Fraunhofer ICT zählen die Entwicklungen neuer geschäumter Materialien und thermoplastischer Schaumkunststoffe mit maßgeschneiderten Eigenschaften. Das Fraunhofer ICT fokussiert sich zudem auf innovative Verarbeitungsprozesse durch Optimierung bereits bestehender Systeme und die Realisierung von Schaumstoffverbunden, um die Anwendungsgebiete dieser Materialklasse deutlich zu erweitern.

Mit den vorhandenen Anlagentechnologien für die gesamte Prozesskette der Schaumstoffentwicklung lassen sich geschäumte Werkstoffe sowohl als Halbzeuge im Direktextrusionsverfahren als auch als Partikelschäume im Extrusionsprozess mit Unterwassergranulierung herstellen. Neben gängigen Polymeren wir Polyethylen, Polypropylen und Polystyrol werden hierbei auch Biopolymere und technische Polymere untersucht.

Aktuelle Themen in der Schaumentwicklung sind unter anderem die Herstellung schäumbarer Polymercompounds im Extrusionsverfahren auf Basis nachwachsender Rohstoffe und der gezielte Einsatz von Funktionszusatzstoffen beispielsweise zur Verbesserung der mechanischen Eigenschaften, der Temperaturbeständigkeit oder zur Erzielung eines umweltfreundlichen Flammschutzes.